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15.06.06 Junge Szene - Obermaintageblatt

WolFi – Wissenschaftlich, offen, lustig, faszinierend und informativ

Was sich irgendwie anhört wie die Aneinanderreihung von Adjektiven in einer Partnersuchanzeige ist eigentlich das was unser eignes kleines Projekt am besten beschreibt. Wir sind zwei 19- jährige Schülerinnen aus Kulmbach und haben vor sechs Jahren eine eigene kleine Zeitung aus der Taufe gehoben. Was soll man einem langweiligen Freitagnachmittag denn sonst machen, als eine eigene Zeitung zu gründen. Doch jetzt erst einmal alles von Anfang an:
Wir schreiben den 08.09.2000. Meiner Freundin Stephanie Pauli und mir (Ann- Kathrin Schaller) ist es einmal mehr langweilig. So öde, dass wir Stephanies Mutter mit den beiden Katzen zum Tierarzt begleiten und uns dort mit kostenlosen Tierzeitungen eindecken. Beim gemeinsamen durchblättern der Printmedien kommt Stephanie die Idee, dass wir für unseren Freundes- und Bekanntenkreis ein eigenes Magazin gründen könnten. Ich war von der Idee hellauf begeistert, obwohl ich bis zu diesem Tag mit der deutschen Sprache und dem Verfassen von Artikeln auf Kriegsfuß stand. Natürlich brauchten wir für unser Projekt noch einen Namen, aber auch der war schnell gefunden. Verbindet man nämlich die Anfangsbuchstaben unserer Straßennamen dann erhält man ein kleines possierliches Tierchen- ein WolFi. Stephanie ist in der FIschergasse zu Hause und ich in der WOLfskehle, diese Tatsache inspirierte meine Freundin zu dem Untertitel: WolFi- Die Zeitung von der Wolfskehle bis zur Fischergasse. Nachdem all diese Fragen geklärt waren und ein Preis und eine Auflagezahl festgesetzt waren ging es auch gleich an die Arbeit. Die erste Ausgabe bestand aus 16 Seiten und wurde 16-mal gedruckt.
Doch nach und nach fanden immer mehr Menschen gefallen an dieser Zeitung und wir mussten immer mehr drucken und die Seitenanzahl wuchs stetig. Nachdem wir dann auf die Idee kamen man könnte doch auch Interviews mit prominenten Persönlichkeiten führen benötigen wir nun eine Auflage von 50 Stück a 50 Seiten.
Zu wenig Arbeit für eine Druckerei, zu viel Arbeit für uns. Die Seiten werden einzeln im Büro von Stephanies Eltern kopiert und dann per Hand sortiert. Die fertig gesammelten Ausgaben werden dann ins Bürofachgeschäft gebracht, wo sie mit einer Spiralbindung versehen werden. Insgesamt dauert das Kopieren und Sammeln mindestens einen wenn nicht eineinhalb Arbeitstage. Eine Zeit in der unendlich viele Liter Cola fließen und unsere Kniescheiben, auf Grund der robbenden Fortbewegung beim Sammeln, mindestens zehn Jahre älter werden.
Doch unsere Arbeit blieb natürlich nicht lange unentlohnt. Im Jahre 2003 schafften wir es ein Interview mit der nun verstorbenen Mutter von Thomas Gottschalk, Rutila Gottschalk, zu bekommen – vielleicht das letzte Interview das sie vor ihrem Tod gab. Nach diesem Interview hatten wir auch die Ehre vor TV- Kameras zu arbeiten. Der Sender Oberfranken TV und die Sendung „Bayern live- die Abendschau“ des Bayrischen Rundfunks entschieden sich in diesem Jahr jeweils einen Bericht über uns zu veröffentlichen. Im Rahmen des Drehs mit dem Bayrischen Rundfunk hatten wir das Vergnügen auf dem Schloss Gutenberg mit dem weltbekannten Dirigenten Freiherr Enoch von und zu Guttenberg ein Interview zu führen. Obwohl wir ziemlich aufgeregt waren lief alles glatt. Ich kenne keinen der in unserem Alter von sich behaupten kann, dass es mit einem Kamerateam auf einem Schloss zum Kaffee geladen war.
Aber nicht nur Rutila Gottschalk und Freiherr Enoch von und zu Gutenberg erteilten uns die Ehre sie interviewen zu dürfen, sondern auch etliche mehr. Im Rahmen der Genießermesse „Kulinaria“ in Kulmbach schafften wir es den Schauspieler Wolfgang Fierreck (bekannt aus „ Der Bayer auf Rügen“ und „Tierarzt Dr. Engel“) und TV- Koch Ralf Zacherl mit unseren Fragen zu Löchern.
Auch an Interview mit der Jugendbuchautorin Susanne Fülscher, die für die Telenovela „Verliebt in Berlin“ die Dialoge schreibt, kamen wir heran.
Neben diesen Herrschaften können wir noch stolz auf ein Interview mit dem oberfränkischen TV- Koch Alexander Herrmann zurück blicken.
Ein Highlight in diesem Jahr war unsere Arbeit bei den Dreharbeiten zu der „Wetten, dass…“- Außenwette, welche von Kulmbach aus gesendet wurde. Dank unserer hervorragenden Referenzen hatten wir die Möglichkeit einen Backstageausweis zu erhalten. Dieses kleine grüne Kärtchen ermöglichte es uns, die Arbeit einer solchen Produktion hinter den Kulissen live mit zu erleben und diese Fakten zu einer Reportage zu verarbeiten.
Besonders stolz sind wir auf das schriftliche Lob aus dem Bundeskanzleramt, welches unsere Vielfältigkeit und Aktualität unsere Beiträge, die auch oft zum Schmunzeln und Nachdenken anregen, honoriert. Wir hoffen auch in Zukunft weiterhin viele positive Resonanzen für unsere Arbeit zu erhalten.

Ann-Kathrin Schaller

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Die ungekürzte Version von STURMFREI. Erschienen MAI 06
X-BAY (Nordbayr. Kurier)

„Hier ist die Assel - WG von Schalli und Heike. Wir leben gerade alle Vorurteile über den moralischen Verfall der Jugend aus, deshalb sind wir im Moment leider nicht zu erreichen. Sollten wir doch noch einmal Zeit finden, rufen wir euch gerne zurück.“, grüßt nun der Anrufbeantworter wenn wir nicht erreichbar sind. Vor ein paar Stunden klang das alles noch ganz anders: „Hier ist der Anrufbeantworter der Familie Schaller, leider sind wir im Moment nicht zu Hause. Bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht auf dem Band. Wir werden Sie bald möglichst zurückrufen.“
Doch für die nächsten sechs Tage soll das der Vergangenheit angehören und alle Spuren meiner Eltern sollen verwischt werden. Schließlich sind sie weg. Urlaub. Sechs Tage lang Ruhe und Frieden. Nichts soll uns in dieser Zeit daran erinnern, dass in diesem Haus einmal Eltern gelebt haben. Und ein nicht unwesentliches Detail um sich hier frei zu fühlen ist, dass der Anrufbeantworter auch dem Anlass entsprechend besprochen ist. Schließlich soll jeder gleich wissen, dass hier ab sofort nicht mehr Eltern die Herrschaft haben.
Das Haus ist in unserer Hand.
Um nicht alleine in diesem Großen Anwesen zu sein, habe ich mir Verstärkung von einer Freundin geholt, die mit mir den Haushalt schmeißen und nachts darauf aufpassen soll, dass mir keiner etwas tut. Schließlich sind wir zu zweit viel stärker als ich allein.
Eingekauft haben wir natürlich auch nur nach unserem Geschmack. Im Kühlschrank lagert Becherweise der Frischkäse und Schokopudding. Aus dem Brotkorb ragt keck das Baguette. Rogen-Mischbrot hat diese Woche keine Chance bei uns auf dem Teller zu landen, das erinnert viel zu sehr an die spießigen Gewohnheiten der Erzeugerfraktion.
Keine 24 Stunden nachdem meine Eltern das Haus verlassen haben sieht es leider schon aus wie ein einziger Trümmerhaufen.
Der Blumenstock in der Küche wird der einzige sein, der diese Woche zumindest etwas Flüssigkeit bekommt. Ich rede bewusst von Flüssigkeit und nicht von Wasser. Denn das einzige was diese Zimmerpflanze in dieser Woche bekommen sollte waren die Getränkereste, die so anfielen. Die Erde im Topf war dann mit einer schönen, blauen, flauschigen Schicht überzogen, die einen irgendwie zum kuscheln animierte.
Neben dem „Blumenmassaker“ gab es noch ein weiteres Problem: Die Betätigung der Waschmaschine. Als Einzelkind per exelance musste ich eigentlich ein solches technisches Gerät nie bedienen. Auch bei meiner treuen Mitbewohnerin sieht das nicht viel besser aus. Kurzerhand entscheiden wir uns also dafür die Schmutzwäsche in den dafür gesehenen Korb zu geben und einfach kräftig zu drücken, dass noch mehr hineinpasst. Am Ende dieser Woche platze dieser Korb leider aus allen Nähten und war einer der Gründe der meine Mutter fast in die Notaufnahme des städtischen Klinikums beförderte.
Doch der Wahnsinn nahm leider kein Ende: Bei einer der legendären Gartenpartys ging leider die Glasfront unserer Haustür zu Bruch. Nachdem einer meiner Kumpels auf die Idee kam, dass es bestimmt witzig sei mich aus meinem eigenen Reich auszusperren, musste ich mich leider zur Wehr setzen. Kurz bevor er die Tür zu knallen konnte, wollte eben diese aufhalten und mit meiner flachen Hand am Holzteil abfangen. Doch leider rutschte ich ab und schlug mich voller Wucht an das Glasteil des Hauseingangs. Die Folge davon brauche ich wohl kaum extra zu erwähnen oder?
Die Reaktion meiner Mutter am Telefon auf das Geständnis meinerseits war gigantisch. Ich hatte irgendwie die Befürchtung, dass sie bald Bekanntschaft mit der dänischen Notaufnahme machen müsste. Doch nach dem sie sich beruhigt hatte, ging bei uns alles den Gewohnten Gang.
Party und Chaos.
Doch der Samstag und damit der große Putztag näherten sich schneller als uns lieb war: Heike schrieb ellenlange Putzpläne in denen alles stand was wir zu reinigen hatten.
Zwei komplette DIN A4 Seiten sind kein Spaß. Den Samstag verbrachten wir also damit, das ganze selbst produzierte Chaos wieder zu beseitigen. Stapelweise schmutziges Geschirr spülen, dreckige Böden wischen, staubsaugen und Betten beziehen. Naja und dann waren da noch die restlichen Blumen – die die nicht in den Genuss kamen mit Getränkeresten gegossen zu werden. Deren Blätter sahen nicht mehr so frisch aus. Irgendwie ein trauriges Bild. Wir versuchten also zu retten was zu retten war. Literweise flößten wir den Topfpflanzen Wasser ein, in der Hoffnung sie würden es überleben. Denn die kaputte Haustür sollte eigentlich das einzige bleiben, dass das arme Herz meiner Eltern beanspruchte – abgesehen von dem überquellenden Wäschekorb und der Tatsache, dass man die Erde in der Küchenpflanze streicheln kann. Ich weis nicht wie, aber irgendwie gelang es uns, die um ihr Leben kämpfenden Gewächse zu retten. Vermutlich hatten wir in letzter Minute zur Gießkanne gegriffen und damit Lebensverlängernde Maßnahmen eingeleitet.
Pünktlich zur Rückkehr meiner Eltern schafften wir es, das Chaos verschwinden zu lassen und die letzten Reste, die wir beim besten Willen nicht mehr schafften ordnungsgemäß zu verstauen, in irgendwelche Schränke zu verräumen.
Die Erzeugerfraktion öffnete also die kaputte Haustür und fand –zumindest auf den ersten Blick- ein perfekt gereinigtes Haus vor. Auf den ersten Blick. Der Ärger, als sie den überquellenden Wäschekorb fanden und die Tatsache mit der kaputten Haustüre und der Kuschelblume und den unter das Sofa gekehrten Resten, war vorprogrammiert.
Als letzte Amtshandlung in der Assel- WG besprach meine Freundin noch den Anrufbeantworter einigermaßen ordentlich. Von nun an wird man mit den Worten: „Hier spricht der Haussklave der Familie Schaller. Die Herrschaften sind leider im Moment ausgeflogen. Sie werden Sie bald möglichst zurückrufen!“ begrüßt. Und niemand weis je was in diesem Haus alles vorging als die Erzeugerfraktion im Urlaub war.
Im Übrigen möchte hiermit meine Eltern grüßen, die nach drei Jahren nun endlich wissen wie das mit der Türe wirklich war.



Einiges sollte man aber berücksichtigen wenn man alleine zu Hause ist, hier die ultimativen Do´s und Don´ts

DO:
Eine Waschmaschine bedienen können
Ab und an putzen
Freunde einladen
Ungesund Essen
Kleine Partys feiern

DON´TS:
Blumen nicht bzw. mit Getränkeresten gießen
Zu große Partys feiern und den Überblick verlieren
Sachen kaputt machen
Alleine im Haus bleiben
Fremde Leute im Haus haben


Und wie siehts mit euren Erfahrungen aus?


Umfrage Stefan Girlich, 18 Jahre, Schüler, Theisau

Wie alt warst du als du das erste Mal Alleinherrschaft über Haus /Wohnung hattest? Und vor allem das Wichtigste: Wie lange waren sie weg?
Ich war 17 und sie waren eine Woche weg.

ich nehme einfach mal, da gab es einiges an Chaos und kleineren Katastrophen oder?
Nein, da neben meinen Eltern auch noch die meisten meiner Freunde im Urlaub waren, habe ich vor mich hingegammelt und mich gelangweilt. Kein Spaß, keine Katastrophen.

Hört sich ja echt trostlos an. Und was macht man dann so die ganze Zeit alleine?
Man raucht, lässt sich besuchen/-mitleiden, sieht fern bis fünf Uhr früh, isst viel, spielt unsäglich laut Gitarre....

Und wie sieht das mit dem Haushalt aus? Schafft man das so als Junge auf sich allein gestellt?
Meine Eltern hatten ein bisschen Geld für Nahrung und Bedarfsgüter dagelassen und 6 km Radfahren (Hin- und Rückweg) pro Einkauf waren ganz akzeptabel. In punkto Haushalt gab es auch keine Probleme, so viel Unordnung mach ich ja nicht (siehe "Spaß" bzw. "Katastrophen").

Hattest du Angst alleine?
Ich wüsste nicht, warum jemand ohne wirklich triftigen Grund nach Theisau gehen und da auch noch ausgerechnet bei UNS einbrechen sollte. Also: nein.

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Ostern 2006. Erschienen bei X-BAY (Norbayrischer Kurier)


Wie viele Kindheitsträume zerstört die Realität dieses Ostern?


Jedes Jahr zu Ostern, freuen sich tausende von Kinder auf den Osterhasen. Alle glauben daran, dass die kleinen bunten Nester, die sie suchen, von Meister Lampe kommen. Doch irgendwann werden sie zu alt für den Glauben an den Osterhasen. Aus irgendeinem Grund glauben sie nicht mehr an den Hasen. Doch wie habt Ihr eigentlich herausgefunden, dass das Ganze nur ein Fake war? X- Bay hat sich für euch umgehört, wie Jugendliche den Glauben an den vierbeinigen Freund verloren haben.

Also bei mir war das so:
Ich war ungefähr so fünf und war mit meinen Eltern spazieren. Als ich mich umdrehte platzierte mein Vater einen Schokoladenhasen in der Wiese. Irgendwie fand ich das etwas seltsam und begann an der Geschichte vom Osterhasen zu zweifeln. Dann fragte ich meinen Dad, ob der Osterhase wohl nur eine Erfindung sei und ob die ganzen Geschenke und bunten Nester von ihm, Oma oder Mutter kamen. Auch wenn er es immer abstritt, mein Vater konnte noch nie gut lügen und ich hatte sein Spiel durchschaut. Besonders schlimm fand ich das Ganze eigentlich nicht. Ostern war für mich schon immer viel schöner als Weihnachten und wird es auch immer bleiben- auch wenn es den Osterhasen nicht gibt. Ich bin mir sicher, dass ich meinen Kindern auch diese Geschichte erzählen werde. Eine Kindheit ohne den Glauben an Meister Lampe ist einfach keine Kindheit.



Stefanie Bär, 19 Jahre, Mainleus, Schüler

Wie alt warst du denn, als du den Glauben an den Osterhasen verloren hast?

Was?! Es gibt keinen Osterhasen?! Ne, Scherz bei Seite. Ich war denke ich so vier oder fünf Jahre alt.

Und wie hast du von der Nichtexistenz vom Osterhasen erfahren?

Das war eigentlich nur eine Frage der Zeit: Irgendwann war es einfach nicht mehr wichtig für mich, ob das der Osterhase bringt oder nicht. Ich habe mich dann eigentlich nur auf die Schokolade und das Geld gefreut. Der Rest wurde dann eben immer nebensächlicher. Vor allem nachdem die Verstecke meiner Oma immer schlechter wurden, habe ich dieses Spiel durchschaut. Ab einem gewissen Alter ist es einfach klar, dass es den Osterhasen nicht gibt. Aber den Brauch an sich finde ich eigentlich recht schön- aber wer auf die dumme Idee gekommen ist Eier zu verstecken, die das stinken anfangen, wenn man sie nicht findet, den möchte ich gerne mal kennenlernen

Florian Dörnhöfer, 18 Jahre, Kulmbacher, AZUBI

Wie alt warst du denn, als du den Glauben an den Osterhasen verloren hast?

Also, ich war so drei oder vier.

Und wie hast du davon erfahren, dass das eigentlich alles nur eine erfundene Geschichte ist?

Nachdem ich nach stundenlangen Suchen das Osternest endlich gefunden hatte, stellte meine Mutter den frischen Hasenbraten auf den Tisch. Als ich dann in Tränen ausgebrochen bin, weil meine Mutter ja scheinbar den Osterhasen geschlachtet hat, klärte sie mich darüber auf, dass das eierlegende Kaninchen nur erfunden sei. Trotzdem musste ich noch jahrelang diese Farce mitspielen, um meinen Bruder die Geschichte von Meister Lampe glaubhaft zu machen.


Jens Lindner, 18 Jahre, Mainleus

Wie alt warst du, als du den Glauben an den Osterhasen verloren hast?

Ich denke mal, ich war ungefähr fünf Jahre alt.

Wie hast du denn davon erfahren, dass Meister Lampe nur eine Erfindung ist?

Die Verstecke wurden eben immer schlechter. Erst haben sie sich noch die Mühe gemacht und haben die Geschenke unter Holzstapel oder in Büschen versteckt. Irgendwann standen dann die kleinen Nester einfach nur noch vor der Tür. Da hat das Ganze eben seinen Reiz verloren und ich habe automatisch den Glauben daran verloren.
Ich finde aber, dass man seinen Kindern die Geschichte vom Osterhasen erzählen sollte. Denn wenn man seine Kinder nicht wirklich gut behandelt, dann wissen sie wenigstens, dass der Osterhase sie unheimlich gerne hat. Ich finde den Brauch gut und er gehört zur Kindheit dazu.

Stephanie Pauli, 19 Jahre, Kulmbach, Abiturientin

Wie alt warst du, als du erkannt hast, dass der Osterhase nicht existiert?

Ich müsste so um die sechs Jahre alt gewesen sein.

Und wie ist dir diese glorreiche Erkenntnis gekommen?

Als ich ein kleines Kind war habe ich natürlich daran geklaubt, aber irgendwie war das alles unlogisch. Warum sollte ein Hase mit einem Korb auf dem Rücken Geschenke verteilen? Außerdem kam mir der Osterhase schizophren vor: Unter dem Jahr ein „normales Leben“ und dann an Ostern auf einmal eierlegend? Da passt etwas nicht. Außerdem: Warum bekommen die erwachsenen Verwanden keine Geschenke mehr? Warum wissen sie dafür immer, wo der Osterhase gerade entlang gehoppelt ist? Und warum stand auf den Nestern immer von wem es ist? Nein irgendwann hat mein rationaler Verstand einfach gesiegt.
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Kolumne über Mädelsabende- März 2006 - Erschienen bei redchat (Frankenpost)



Männer behaupten ja, dass bei Mädelsabenden nur gelästert und gekichert wird. Nun ja- was soll ich sagen? Manchmal haben sie ja damit nicht einmal so unrecht.
Was gibt es schöneres als sich in einer Runde von Mädchen zu treffen? Stilecht wie bei „Sex and the City“ im Café oder eben ganz privat in einem Zimmer bei sich zu Hause? Doch zwischen dem Treffen im Café und in den eigenen vier Wänden gibt es schon einige Unterschiede. Im Wohnzimmer ihm schönsten Gammellook mit viel ungesundem Essen und einer hausgemachten Gesichtsmaske oder in der Kneipe mit einer großen Tasse Milchkaffee, eines ist wohl immer gleich: Die Themen.
Bei den meisten Mädelsrunden geht es um die „Tussi“ aus der Parallelklasse oder um den Knatsch mit dem Freund oder aber auch darum, wie man den hübschen Kerl am besten rumkriegt. Natürlich darf eines nicht fehlen: Bösartige, ironische und spitze Bemerkungen, die die ganze Runde in Lachtränen ausbrechen lässt.
Anders wie bei Männerabenden betrinken sich Mädels in den seltensten Fällen vor dem Fernseher um dabei Fußball zu schauen.
Bei Mädchentreffen geht es um mehr: Es geht darum mal wieder aus dem alltäglichen Trott herauszukommen, dem Frust mal wieder Luft zumachen oder sich einfach mal wieder auszuheulen. Jedes weibliche Wesen wird mir bestätigen können, dass es bei Liebeskummer nichts schöneres gibt, als die besten Freundinnen, eine Packung Schokoküsse, eine Tasse Kakao und gemeine Intrigen. Bei solchen „Orgien“ können dann auch getrost die Taschentücher in die Ecke fliegen und müssen höchstens wieder ausgegraben werden, wenn Lachtränen sturzbachartig über die Wangen kullern.
Bei Mädelsrunden wird der neueste Klatsch analysiert, hemmungslos geschwärmt oder die Frisur einer anderen in die Mangel genommen.
„Sex and the City“ hat es vorgemacht, das tabulose Treffen mit den Freundinnen. Manchmal geht es auch wie bei den New Yorker Serien Damen zu prekären Themen zur Sache. Das muss aber auch mal sein. Aber anders wie bei den Männern wird da mit der letzten Nacht nicht sinnlos geprahlt und aus dem harmlosen Kuss wird nicht eine heiße Liebesnacht gemacht. Sondern es wird jeder Ausspruch des Kerls analysiert und interpretiert. Mal gnadenlos gemein und pessimistisch, mal fast zu optimistisch.
Frauenabende sind ehrlicher als Männerrunden.
Natürlich darf neben Herzschmerz auch eine gehörige Portion Tratsch nicht fehlen. Denn was ist schon schöner als sich darüber zu unterhalten wer auf der letzten Party mit wem wohin verschwunden ist? Was ist lustiger als zu erfahren, dass die verhasste beste Freundin des Freundes auf der letzten Veranstaltung aussah wie eine Presswurst und dass die Frisur aussah wie bei einem frisch gerupften Huhn? Oder wer freut sich nicht, dass die Party der Klassentussi der reinste Flop war? Ist es nicht erfrischend zu erfahren, dass das Mäuschen mit den 90-60-90 beim hübschesten Jungen der Schule abgeblitzt ist?
Jedes Mädchen wird jetzt nachvollziehen können was ich meine. Es ist einfach herrlich zu lästern und zu tratschen oder sich einfach mal auszukotzen.
Die besten Weiberabende finden natürlich dann statt wenn eine der Freundinnen sturmfrei hat und die Ladys ein ganzes Haus für sich haben. Ich sage euch, dann wird gekocht, gegessen, getanzt und Prosecco getrunken bis zum Umfallen. Denn zu einem stilechten Mädelsabend gehört nicht nur ein Kaffee oder ein Stück Kuchen bzw. Schokolade in raunen Mengen, sondern auch ein Gläschen Prickelwasser.
Im Falle eines gebrochenen Herzens – und aufgebrauchtem Schokoladevorrat- muss dann auch schon mal Mutters Likörchen leiden.
Zu was Mädels bei solchen Abenden alles fähig sind:
Ich habe mir aus zuverlässiger Quelle berichten lassen, dass es doch tatsächlich Exemplare gibt, die Barbies nach der Erzfeindin benennen, der Plastikpuppe eine Batterie Chinaböller umbinden und diese dann in die Luft sprengen. Die Beteiligten berichteten, dass sie sich danach sehr viel befreiter gefühlt haben sollen.
Eine weitere klassische Aktion einer Mädchenrunde soll sein, dass sich die Ladys ins Auto stiegen und sich stundenlang vor das Fenster des Schwarms, einer von ihnen, gestellt haben um diesen zu beobachten.
Also eines steht fest. Mädelsabende haben einfach klasse und sind sehr facettenreich.


Ann-Kathrin Schaller
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Manche Zeitungen sind komisch und wollen seltsame Berichte über Geburtstage. So wie dieser hier:

Jahreswende 05/06 - erschienen bei REDCHAT - Nordbayr. Kurier



31.12.- die ganze Welt feiert. Und einige Menschen haben doppelten Grund zu feiern. Denn sie feiern nicht nur den Jahreswechsel, sondern auch noch ihren Geburtstag- so auch die Kulmbacher Schülerin Julia Kolb. Dieses Jahr feiert sie am 31.12 nicht nur den Jahreswechsel sondern auch noch ihren 18. Geburtstag.
Julia besucht die elfte Klasse der Fachoberschule in Kulmbach. In ihrer Freizeit ist sie am liebsten mit Freunden in diversen Kneipen im Landkreis unterwegs und frönt dem Musik Genre Rock. Wenn sie nicht auf der Piste ist, dann findet man sie vermutlich im Reitstall, wo sie sich um ihr Pferd kümmert.
Also alles in allem eine ganz normale Schülerin – auch wenn das Geburtsdatum vielleicht anderes vermuten lässt.
Doch wie ist es eigentlich für sie an einem Tag Geburtstag zu haben, den die ganze Welt feiert und jeder auf diesem Planeten in Partylaune ist.
Dass sie an Silvester Geburtstag hat spielt für sie eigentlich keine große Rolle. Für sie ist auch nicht entscheidend was es zu feiern gibt, sondern eher DAS es etwas zu feiern gibt. Ob es nun der eigene Geburtstag ist oder Silvester ist da eigentlich eher nebensächlich. Einen Vorteil habe das ganze aber, man bräuchte selbst keine Party zu geben. Auch wenn sie eigentlich kein Problem damit hätte eine Feier zu organisieren, böte es sich doch an auf Silvesterpartys von Freunden zu gehen und dort zu feiern. So die Schülerin. Eigentlich hatte sie für ihren dies jährigen Geburtstag geplant eine rießen Sause mit all ihren Freunden zu starten, aber diese Planung hat sie schnell verworfen als an einem das Thema aufkam, wie cool es wäre einmal den eigenen Geburtstag im Ausland zu feiern. Den diesen Geburtstag wird Ju – wie sie von ihren Freunden genannt wird- nun mit einer ihrer besten Freundinnen in Paris feiern. Der achtzehnte in Paris- an Silvester. Ich denke besser kann man es nicht erwischen. Wenn das mal kein Grund zu feiern ist.
In diesem Fall trifft es sich auch ganz gut, dass ihr Wiegenfest gleich nach Weihnachten ist und sie nahezu alle Geschenke auf einmal bekommt. SO hat sie wenigstens genug Taschengeld um sich die Party in Paris zu finanzieren. Doch auch sonst mache es ihr wenig aus so kurz nach dem Heiligen Abend Geburtstag zu haben und die ganze Geschenkeladung, die sonst vielleicht über das ganze Jahr verteilt ist auf einen Sitz zu bekommen.
Auch ihre Mutter Petra sieht das alles recht locker. Obwohl sie Silvester 1987/88 im Krankenhaus verbrachte stand für sie von vorneherein das Wohl ihrer Tochter im Vordergrund und die Gedanken waren in diesem Jahr nie so wirklich bei der geplanten Party, da denn immerhin war sie ohnehin hochschwanger. Ob mit oder ohne Geburt, in Feierlaune sei sie in diesem Zustand nicht gewesen. Das wichtigste wäre überhaupt gewesen, dass sie eine gesunde Tochter zur Welt gebracht habe. Alles andere sei da so wieso nebensächlich. So die Mutter.
Übrigens hat Julia mit dem 1927 geborenen Schauspieler Anthony Hopkins Geburtstag. Vielleicht erklärt dies ihre Vorlieben für Horrorfilme, denn immerhin wurde der Schauspieler mit dem Streifen „Das schweigen der Lämmer“ bekannt.
Bleibt uns nur Julia ein paar wundervolle Tage und eine tolle Feier in Paris zu wünschen.


Ann- Kathrin Schaller
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